Von Beirut nach Berlin

Die Geschichte von Riwaq begann im Oktober 2016 in Beirut – als Idee einer Gruppe syrischer Aktivist:innen und Kulturschaffender, die sich weigerten, im Exil am Rand der Gesellschaft zu leben. Ihr Ziel war es, eine Stimme und einen sicheren Raum zu schaffen, der die Erfahrungen von Syrer:innen sowie die Perspektiven verschiedener marginalisierter und unterdrückter Gruppen sichtbar macht und ihnen ermöglicht, politische und kulturelle Selbstbestimmung zurückzugewinnen.

Im Laufe der Jahre wurde Riwaq Beirut Teil der Stadt und ihrer kulturellen und nächtlichen Szene. Der Ort war Ausgangspunkt für Demonstrationen, ein Zentrum für Hilfsangebote nach der Explosion im Hafen von Beirut und ein Raum, in dem Hunderte von Konzerten, Filmvorführungen, Kunstausstellungen, Diskussionen und kulturellen Veranstaltungen stattfanden. Riwaq war nie nur ein Ort, an dem Veranstaltungen stattfanden, sondern ein Raum, in dem Menschen zusammenkamen und gemeinsam einen Teil des kulturellen und sozialen Lebens der Stadt gestalteten.
Riwaq Berlin: Eine Fortsetzung von Traum, Erinnerung und Politik

Der Traum kam nach Berlin und wurde zu einer lebendigen Fortsetzung dieser Erfahrung – und zugleich zu ihrem neuen Anfang. In einer kosmopolitischen Stadt, in der sich Erfahrungen von Migration, Exil, Politik und Kunst überschneiden, verstehen wir Riwaq als kulturelle Brücke, als Ort der Begegnung und als einen Raum, in dem unterschiedliche Stimmen und Erfahrungen aufeinandertreffen.
Warum „Riwaq“?
Der Name Riwaq ist vom Begriff des Riwaq in der Geschichte von Philosophie und Bildung inspiriert. Von Zenon von Kition, dem syrischstämmigen Philosophen und Begründer der Stoa in Athen, bis zu den Arkaden und Säulengängen, die über Jahrhunderte mit Bildung und Wissensaustausch verbunden waren – unter anderem in den Lehrtraditionen von al-Azhar und al-Andalus.
Für uns ist ein Riwaq ein Raum, in dem wir voneinander lernen, uns gegenseitig beeinflussen und miteinander in Austausch treten. Ein Raum, in dem Intellektuelle, Künstler:innen und ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen – verbunden durch Freiheit, Würde und die Liebe zum Leben.
Riwaq: Haltung und Identität
Riwaq ist nicht einfach ein Restaurant, eine Bar oder ein Kultur- und Veranstaltungsort. Riwaq ist eine Haltung und eine Identität.
Ein Safe Space
Wir setzen uns für einen Raum ein, der frei von allen Formen der Diskriminierung ist – darunter Rassismus, Homophobie, Transfeindlichkeit sowie Diskriminierung aufgrund von sozialer Herkunft, Klasse oder Identität. Wir möchten, dass sich jede Person, die Riwaq betritt, willkommen, respektiert und sicher fühlt.
Ein linker und antikolonialer Raum
Wir verstehen Riwaq als einen Raum mit einer gesellschaftlich und politisch linken Haltung, als einen antikolonialen Ort und als Raum der Solidarität mit den Kämpfen und Anliegen von Menschen und Gesellschaften – von Syrien bis Palästina und Libanon.
Diese Werte enden nicht an der Tür unseres Ortes. Wir versuchen, sie auch innerhalb unserer Arbeitsstrukturen umzusetzen – durch faire Löhne, gerechte Arbeitsbedingungen und die Ablehnung von Ausbeutung im Arbeitsverhältnis.
Essen und Begegnung
Bei Riwaq Berlin verstehen wir Essen als Teil von Begegnung und Kultur. Neben der Atmosphäre und den Begegnungen, die hier stattfinden, bieten wir eine vielfältige Speisekarte mit mediterraner Note. Der Schwerpunkt liegt auf vegetarischen und veganen Gerichten, ergänzt durch Sandwiches, Salate und frische Mezze.
Riwaq soll ein Ort sein, an den man zum Essen oder Trinken kommt, um Musik zu hören, Freund:innen zu treffen, neue Menschen kennenzulernen oder einfach Teil eines Raumes zu sein, der Alltag, Kultur und Politik miteinander verbindet.